Ein kleiner Überblick von meinem ersten Einsatz in der Anästhesie.

Hallöchen, ich bin Sahand, 21 Jahre alt und hier an der Medizinischen Hochschule in der Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistenz.

Einige von euch Fragen sich jetzt bestimmt, was das bloß ist. Ich erkläre es euch kurz:

Die sogenannten ATA´s, also die Anästhesietechnischen Assistent*innen, wirken bei der Einleitung der Patient*innen (Narkose) und Überwachung während der Operation mit Hilfe technischer Geräte und Patientenüberwachung. Diese Ausbildung unterteilt sich in Theorie- und Praxisblöcke, wo man in der Theorie Unterricht in der Schule hat und verschiedenste Praxiseinsätze in vielen Abteilungen der MHH hat. Und um Letzteres geht es in diesem Eintrag – nämlich den ersten Praxiseinsatz.
Eine Operation oder den allgemeinen Krankenhausalltag kennt man oft aus dem Fernsehen, wie bei Grey´s Anatomy. Man stellt es sich dann auch so vor. Alles modern, viel Chaos, Notfälle wie am laufenden Band usw. So hatte ich es mir zumindest vorgestellt.

Mein erster Einsatz war in der MKG. Am ersten Tag musste ich erstmal die Umkleide finden, mich jeder und  jedem vorstellen und den Arbeitsplatz erkunden bzw. kennenlernen.

Ich hatte es mir chaotischer vorgestellt, so wie es z.B. bei Grey´s Anatomy passiert. Stromausfall hier, Operation im Fahrstuhl da und, und, und, …

Jedoch ist es nicht so wie im Film. Es war oft sehr strukturiert, ab und zu einige Ausfälle (z.B. beim Personal) oder Ungereimtheiten, jedoch wurde immer eine Lösung gefunden. Notfälle gehören auch dazu, jedoch seltener in der Abteilung, wo ich eingesetzt war. Das OP-Team war zum größten Teil immer sehr freundlich und hilfsbereit. Zum Glück war ich dort auch nicht allein, sondern mit drei weiteren aus meinem Jahrgang die auch im ATA oder OTA-Kurs. Somit war ich froh, jemanden zum Austausch dabei zu haben. Die Operationen sind auch nicht so blutig und auch nicht immer so kompliziert, aber dennoch spannend (!) in der MKG gewesen, eben wie man sich so eine OP vorstellt.

Alles halb so wild wie gedacht

Ich hatte wirklich mit allem gerechnet – und gehofft dass ich nicht umkippe – doch zum Glück ist alles gut gegangen. Puhhh … Man kann doch mehr, als man vorher von sich vermutet.

Was mir während der ganzen Zeit aufgefallen ist, dass in der Anästhesie alles gelassen, mit Bedacht und Ruhe von statten geht. Das hat sich mittlerweile auch auf mich übertragen, was ich persönlich als sehr positiv empfinde. Besonders auch auf den Umgang mit dem noch wachen Patienten vor und nach der Operation. Man arbeitet mit dem Menschen zusammen beim Einleiten, man redet mit dem Menschen und lässt ihn in gutem Gewissen in die Narkose gleiten und aufwachen.

Man wird im ersten Einsatz nicht allein gelassen, es ist immer eine Person da, die einem den Einstieg erleichtert und einem beisteht. Man hat Mitschülerinnen und Mitschüler dabei und man gewinnt ganz schnell viele neue Eindrücke, welche gerade am Anfang überfordern können, aber man an ihnen wächst. Vielleicht sehen wir uns bald mal im Operationssaal als Kolleg*innen!

Euer Sahand

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